Physiotherapie Haustein Pirna



Kerstin Haustein-Wittkopf

Schon am Ende meiner Grundschulausbildung stand für mich fest, dass ich, wenn ich einmal „groß“ bin, den Beruf der Physiotherapeutin erlernen möchte. Unseren Vater, der bis 1991 die staatliche Physiotherapieabteilung in der Poliklinik Pirna leitete, durfte ich als Kind oft auf Arbeit in der Villa am Dohnaischen Platz besuchen. Mir gefiel es, ihm oder seinen Kolleginnen bei physiotherapeutischen Anwendungen über „die Schultern zu schauen“ und so träumte ich viel davon „selbst einmal Hand anzulegen“.

Nachdem ich mein Abitur abgeschlossen hatte, begann ich endlich die dreijährige Ausbildung zur Physiotherapeutin an der Medizinischen Berufsfachschule der Universitätsklinik Dresden.

Unser Vater scheute während unserer Ausbildung keine Kosten und Mühen, so dass es uns möglich war, schon während dieser Zeit an den Wochenenden Weiterbildungen zu besuchen. Das förderte bei meinem Bruder Stefan und mir die Begeisterung zum Beruf als Physiotherapeuten noch mehr, weil wir merkten, wie vielfältig und spannend diese Arbeit ist.

Durch meine sehr guten Leistungen beim Abschluss der Ausbildung, bekam ich zu meiner großen Freude eine Begabtenförderung, die es mir erlaubte in der kommenden Zeit an vielen Weiterbildungen teilnehmen zu können. So absolvierte ich ab 2000 die zweijährige Ausbildung zur orthopädischen Manuellen Therapie und die Weiterbildung der Manuellen Lymphdrainage in Dresden. In dieser Zeit merkte ich, dass mich besonders die Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen und die Behandlung von Kindern interessiert. Deshalb besuchte ich viele kleinere Weiterbildungen zu diesem Thema, um mich langsam mit diesem Gebiet vertraut zu machen. 2002 schloss ich dann die Bobath-Ausbildung für Erwachsene in Kreischa ab, so dass es mir ab diesem Zeitpunkt möglich war, Patienten mit neurologischen Erkrankungen sehr befundspezifisch und adäquat zu behandeln.

Mein Wunsch, die Therapie mit Kindern weiter auszubauen, wurde immer größer. Leider war es sehr schwierig, die dafür entsprechende Ausbildungsstelle zu bekommen. Als unser Vater im Februar 2005 starb und wir uns erst einmal „mächtig ins Zeug legen“ mussten, um die Praxis weiterführen zu können, bekam ich das Angebot die Vojta-Therapie für Kinder und Erwachsene erlernen zu dürfen. Bei dem Gedanken, die Praxis zu leiten und nebenbei noch die Ausbildung in München und Frankfurt am Main zu absolvieren, wurde mir sehr mulmig. Aber ich hatte mein Ziel erreicht und so nutze ich die Chance.

Doch bald merkte ich, dass man wie mit jeder Therapiemethode an seine Grenzen stößt, und so entschloss ich mich, noch eine Bewerbung zur Ausbildung als Kinderbobath-Therapeutin abzugeben. Ich hatte viel Glück und bekam schnell eine Weiterbildungsmöglichkeit in Dresden. Anfang 2006 hatte ich allen Grund zum Feiern: ich hatte mir meinen beruflichen Traum erfüllt – ich konnte durch meine zwei Ausbildungen in der Therapie mit Säuglingen und Kindern endlich mein Können und Wissen zum Wohle dieser kleinen Erdenbürger einsetzen. Natürlich gab es auch im pädiatrischen Gebiet noch viele Therapieformen, die mich interessierten und so besuchte ich noch die Weiterbildung in der Craniosacralen Therapie. Diese ermöglicht mir, z.B. Säuglinge mit Schädel- oder Gesichtsverformungen infolge eines Geburtstraumas, einer Asymmetrie o. ä. oder Spuck- und Schreikinder optimal behandeln zu können. Außerdem absolvierte ich im Uniklinikum Dresden noch die Ausbildung in der Autogenen Drainage nach Dr. Cevaillier zur Therapie von Patienten mit Lungenerkrankungen wie z.B. Mukoviszidose, obstruktiven Lungenerkrankungen oder bronchopulmonalen Dysplasie bei Frühgeborenen.

Ich danke unserem Vater dafür, dass er uns den Weg zu diesem schönen Beruf geebnet hat und uns teilhaben ließ an seiner Begeisterung für diese Arbeit, die wie ein Funken auf uns übergesprungen ist. Außerdem danke ich meinem lieben Mann und meinen süßen Töchtern Laura und Luisa, für alle Geduld und Unterstützung während der turbulenten Ausbildungszeit in der Kinderphysiotherapie.

Verantwortliche Kompetenzteam Kinderphysiotherapie
Kompetenzteam Praxismanagement